Kristin Flade

Sascha Förster

Rafael Ugarte Chacón

 

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... Rafael Ugarte Chacón

*25.03.1983 in Ulm
06.2002 Abitur, Friedrich-Wöhler-Gymnasium, Singen
seit 10.2003 Student der Theaterwissenschaft und der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin
09.2005-07.2006 Auslandsjahr an der Università degli Studi Roma Tre in Rom
seit 10.2006 Studentische Hilfskraft im Forschungsverbund "Theater und Fest in Europa"
2007/2008 Praktika an div. Kulturinstituten in Deutschland und Italien

 

 

... thematischer Essay über die "Wahrnehmung von Randgruppenphänomenen"

 

Margins? Was soll das sein?
Eine studentische Plattform. Das hört sich schön an, ist aber vielleicht nicht unbedingt erhellend.
Die ursprüngliche Idee hinter dieser Veranstaltung war es, Student_innen im Wissenschaftsbetrieb eine Stimme zu geben. Auch wenn Studierende einen Großteil der an einer Universität Beschäftigten ausmachen, werden sie doch außer in der U-Bahn, in der Mensa und vielleicht ab und zu auf Demonstrationen kaum wahrgenommen.


Daher die Idee, eine Art Konferenz zu veranstalten. Die Form ist angelehnt an eine wissenschaftliche Tagung oder Konferenz, doch soll diese nicht eins zu eins übernommen werden. Gerade die Tatsache, dass keine „fertigen“ Wissenschaftler die Beiträge stellen, fordert eine andere, variierte Veranstaltungsform. Deshalb wurde der Begriff „Plattform“ gewählt, die Form bewusst offengehalten. Jede Präsentation zwischen Kunst und Wissenschaft ist erlaubt und erwünscht.


Gerade die Besonderheit der Veranstaltung, die Organisation durch, mit und für Student_innen legte uns das Thema Randgruppenphänomene und deren Wahrnehmung nahe.

Moment... Sind Studierende etwa eine Randgruppe? Studierende gibt es sicherlich mehr als Professoren, sollten dann nicht lieber letztere die Randgruppe sein? Befördert man sich nicht selber ins Abseits, wenn man imitiert, was „die Großen“ tun? Berechtigte Einwände.


Anstelle von Antworten habe ich nur weitere Fragen zu bieten.


Was ist das überhaupt, eine Randgruppe? Und wer bestimmt, ob ich dazugehöre? Suche ich mir das aus? Wird mir das aufgezwungen? Von wem? Dem stärkeren? Den anderen Kindern, die mich nicht mitspielen lassen? Dem Gesetzgeber, der festlegt, dass jede Person, die nicht männlich, deutsch, weiß, heterosexuell, christlich, volljährig (...) ist, potentiell diskriminiert wird?

Ist eine Randgruppe immer klein oder können auch 35.000 FU-Studenten eine Randgruppe bilden? Ist eine Randgruppe homogen? Bloß weil ich von den anderen in eine Randgruppe gesteckt werde, muss das doch nicht gleich heißen, dass ich mich mit der Gruppe und deren „Mitgliedern“ identifiziere.

Bin ich in einer Randgruppe, wenn ich versuche dem Mainstream zu entkommen? Ist der Mainstream etwa das Gegenteil einer Randgruppe? Oder ist er auch nur eine von vielen Gruppen, die individuell sind oder sich dafür halten?

Haben Randgruppen ein Verfallsdatum? Vielleicht sind Outsider ja nur Trendsetter.

Und schließlich: Sind Randgruppen etwas Schlechtes? Etwas Gutes? Etwas Normales? Muss ich, um einer Gemeinschaft anzugehören, nicht auch andere ausschließen?

Mehr als dieses Brainstorming an Fragen habe ich leider nicht zu bieten. Die Antworten – oder vielleicht auch einfach mehr und andere Fragen – verspreche ich mir von Margins.

 

 

Gefördert mit Mitteln der Frauenbeauftragten am Fachbereich Philosophie und Geistenswissenschaften der Freien Universität Berlin